AGS-INFO

Ausgabe Nr. 48 | Juni 2026

AGS Basel Publikationen, AGS-INFO 48, JUNI 2026
Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser

Deine Muskeln ziehen sich täglich Millionen Mal zusammen. Und manchmal braucht Loslassen die meiste Kraft.

Vielleicht haben Sie in den letzten Wochen die Sommerkampagne einer grossen Gesundheitsversicherung im Tram oder auf dem Bahnhof gesehen? Mich hat das Plakat mit der obenstehenden Aussage angesprochen. Loslassen braucht Kraft und im Moment stehen wir an einem solchen Punkt, an dem es loszulassen gilt. Das Schuljahresziel der Strukturanpassung bringt Neues, aber zugleich muss Liebgewordenes losgelassen werden – und manchmal braucht das Kraft, sogar viel Kraft. Ich bin überzeugt, dass es sich lohnt, diese Kraft aufzubringen.

Die AGS-Info Nummer 48 stellt solch Liebgewordenes vor, das auf Ende dieses Schuljahres losgelassen wird: Sie finden einen Überblick über die 52-jährige Geschichte der Abteilung CED; mit den Veränderungen aufs neue Schuljahr ist auch hier ein Loslassen verbunden.

Aber auch andere Geschichten über Vergangenes finden Sie in dieser AGS-Info: Beiträge zum Kollegiumstag und zur nationalen Bili-Tagung, an der Lehrpersonen der AGS einen Workshop geleitet haben. Die ehemaligen AGS-Mitarbeitenden geben einen Einblick in ihre Aktivitäten: Von der Posamenterei übers Hafenmuseum bis zum Zoo haben unsere Aktiven Pensionierten spannende Orte besucht und lassen uns in dieser AGS-Info daran teilhaben. Apropos Orte: Nicht zu vergessen sind natürlich die Berichte von Lernenden über ihre Projektreisen, die für einmal sehr Italien lastig sind: Bologna, Turin und Venedig.

Wenn man loslässt, hat man die Hände frei – sagt eine Redewendung. Und so geht es auch mit unserer AGS-Info: Mit dem Loslassen haben wir die Hände für Zukünftiges frei. So finden Sie Berichte zu Veränderungen in der Elektronik-Ausbildung oder zum neuen Rahmen- und Schullehrplan für den Allgemeinbildenden Unterricht ABU.

Ich wünsche Ihnen viel Spass bei der Lektüre dieser Ausgabe der AGS-Info. Verbringen Sie eine schöne Sommerpause und geniessen Sie die Ferien.

Dominique Mouttet, Direktor

AGS Basel Publikationen, AGS-INFO 48, JUNI 2026
Dominique Mouttet, Direktor.
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Entwicklung und Information

Aus der Direktion

Im Frühlingssemester 2026 standen für die Allgemeine Gewerbeschule einige besondere Veranstaltungen und Highlights an.

Schulkonferenz
Am 27. Januar 2026 fand die Semesterkonferenz des Konferenzvorstands in der Aula statt. An dieser Konferenz hat das Q-Team die Resultate der verschiedenen Befragungen und Erhebungen im 2025 vorgestellt. Neben der Lernendenbefragung war vor allem die Evaluation des Projektes Classroom Walkthrough ein wichtiges Thema. Die Schulleitung hat zudem über den aktuellen Stand des Schuljahresziels «Anpassung der Führungsstruktur» informiert und ist auf die Handlungsempfehlungen des Konferenzvorstands zu dessen Umfrage bei allen Lehrpersonen und Mitarbeitenden eingegangen.

Gesamtkonferenz Basel-Stadt
Die Gesamtkonferenz Basel-Stadt fand am Morgen wie üblich in der St. Jakobshalle statt. Im Abtausch mit einem Halbtag des Dreitageblocks durfte die Schulleitung den Nachmittag vom Konferenzvorstand übernehmen. Nach einigen allgemeinen Informationen erhielt das Gesamtkollegium einen Einblick in den neuen Schullehrplan für den Allgemeinbildenden Unterricht, der auf Grund des verspäteten In-Kraft-Setzen des eidgenössischen Rahmenlehrplans in Rekordzeit erarbeitet werden muss. Ein zweiter Einblick erfolgte in das Projekt Blended Learning der BMS: Ab dem neuen Schuljahr 2026 führt die BMS zwei Blended Learning-Lehrgänge ein. Die Lernenden werden nicht für alle Unterrichtslektionen vor Ort anwesend sein, sondern erledigen einen Teil ihrer Ausbildung in selbstorganisiertem Lernen im digitalen Raum.
Ein dritter Einblick wurde ins Projekt FutureMEM gewährt, das die Grundbildungen in den MEM-Berufen ab 1. August 2026 komplett neugestalten wird.
Ebenfalls grosse Veränderungen wird es bei den Elektroberufen geben; diese Veränderungen wurden in einem vierten Einblick dem Gesamtkollegium vorgestellt. Am Schluss der Veranstaltung hat sich der neue Schulkommissionspräsident, Daniel Brunner dem Gesamtkollegium vorgestellt.

Dreitageblock 30. März – 1 April 2026
Wie oben erwähnt, hat die Schulleitung mit dem Konferenzvorstand einen Halbtag des Dreitageblocks abgetauscht. Der Montag des Dreitageblocks war damit wie üblich der Gesamtschultag, allerdings mit verändertem Programm: Der Konferenzvorstand hat einen Kollegiumstag in Strasbourg organisiert. Die Teilnehmenden konnten aus einem Angebot an verschiedenen Führungen wählen: Europaparlament, Strassburger Münster oder Fotorallye. Alle trafen sich zu einem gemeinsamen AGS-Mittagessen. Am Dienstag und am Mittwoch des Dreitageblocks waren die Weiterbildungen zu verschiedenen Themen in den jeweiligen Abteilungen organisiert.

Jubiläumsanlass
Am 12. Mai 2026 wurde der Anlass für die Jubilarinnen und Jubilare mit 20 Dienstjahren und mehr bei der AGS, bzw. beim Arbeitgeber Basel-Stadt durchgeführt. Insgesamt 310 Dienstjahre bei Basel-Stadt konnten die 12 Jubilarinnen und Jubilare an diesem Anlass feiern. Nach einer interessanten Führung Feuer und Flammen in Basel begab sich die Jubiläumsschar von der Schulleitung begleitet zum Apéro und anschliessenden Nachtessen ins Restaurant Teufelhof. Es ist sehr beeindruckend, wie viele treue Mitarbeitende die AGS jedes Jahr am Jubiläumsanlass hochleben lassen darf.

Euorpascène
Auch im 2026 hat eine Klasse der AGS zusammen mit einer Partnerklasse aus Frankreich und einer professionellen Regisseurin eine rund 5-minütige Szene erarbeitet, in der das Berufsbild der Kochklassen aufgenommen und dargestellt wird. Nach einigen gemeinsamen und getrennten Proben wurden diese Szenen am 19. Mai 2026 in der Opéra national du Rhin Strasbourg vor Publikum präsentiert.

Preisverleihung Peter H. Vischer-Stiftung
Mit Anwesenheit von drei Stiftungsräten konnte am 20. Mai 2026 der Abteilungsvorsteher Bau, Romeo Borer, erfolgreiche Zeichnerinnen und Zeichner Fachrichtung Architektur ehren. Die Peter H. Vischer-Stiftung hat als Stiftungszweck, Nachwuchsförderung für Architekturbüros zu betreiben.

AGS-Sommerapéro
Am 11. Juni 2026 trafen sich Lehrpersonen, Dozierende und Mitarbeitende der AGS zum traditionellen AGS-Sommerapéro. Der Zwischenhalt während der strengen Zeit der Qualifikationsverfahren hat die Möglichkeit für viele Gespräche bei bestem Wetter geboten.

Diplomfeier HF (Prozesstechnik)
Am 18. Juni 2026 fand die Diplomfeier der Höheren Fachschule Prozesstechnik statt. Die CEO von Vito Schweiz AG und Grossrätin Annina von Falkenstein ist in ihrer Rede auf den Begriff und das Gefühl von Erfolg eingegangen.

Zertifikatfeier Praktische Ausbildung PrA
Bereits zum zweiten Mal konnte am 22. Juni 2026 die Zertifikatfeier für die Lernenden der IV-vermittelten Praktischen Ausbildungen durchgeführt werden. Die AGS freut sich, dass das zu Beginn noch etwas vorsichtige und mit gemischten Gefühlen begleitete Projekt zu einem veritablen Erfolg geworden ist, der aus der Schule nicht mehr wegzudenken ist.

Schlussfeier Link zum Beruf
Am 23. Juni 2026 fand die 23. Schlussfeier des Lehrgangs Link zum Beruf statt. Die Freude der Lernenden über ihren nachgeholten Sekundarschul-Abschluss war einmal mehr überschwänglich.

Diplomfeier HF Bauplanung
Am 25. Juni 2026 fand die Diplomfeier der Höheren Fachschule Bauplanung im Waldhaus statt.

Berufsmaturitätsfeier
Wie üblich am letzten Schultag, also am 25. Juni 2026, findet auch in diesem Schuljahr die Berufsmaturitätsfeier statt, an der die erfolgreichen Berufsmaturandinnen und Berufsmaturanden ihre Zeugnisse entgegennehmen können. Als Redner hat der Leiter Mittelschulen und Berufsbildung, Patrick Langloh, zugesagt.

Anpassung der Führungsstruktur – wichtige Schritte sind erfolgt

Rekrutierung neue Führungspersonen
Im Zuge der Strukturanpassungen an der AGS waren drei Leitungsrollen neu zu besetzen. Nach einem umfangreichen Rekrutierungsverfahren mit Assessments bei einer externen Institution und unter Einbezug der Schulleitung der AGS, Lehrpersonenvertretungen und der Schulkommission wurden die neuen Führungspersonen gewählt und dem Kollegium vorgestellt: Sibylle Reichmuth als neue Abteilungsvorsteherin und David Hess als neuer Abteilungsvorsteher in den beiden neuen Abteilungen Berufliche Bildung sowie Fabienne Beyerle als Abteilungsvorsteherin der neu zu schaffenden Abteilung Fördern und Beraten. Sie alle werden auch Mitglied der Schulleitung der AGS sein. Wir freuen uns, dass für die drei zu besetzenden Stellen Persönlichkeiten gefunden werden konnten, die in ihren jeweiligen Bereichen über umfassende Erfahrung verfügen.
Sibylle Reichmuth: Die 47-jährige Sibylle Reichmuth ist ausgebildete Primarlehrerin und hat die Ausbildung zur Berufsfachschullehrerin für Allgemeinbildenden Unterricht abgeschlossen. Sie hat zudem die Weiterbildung zur Schulleiterin EDK absolviert.
Seit 2009 unterrichtet sie an der Allgemeinen Gewerbeschule Basel in der beruflichen Grundbildung und in der höheren Berufsbildung. Seit 2020 ist sie auch stellvertretende Abteilungsvorsteherin der Abteilung ABU. Während sechs Jahren war sie zudem Chefexpertin im Kanton Basel-Stadt für den Allgemeinbildenden Unterricht.
David Hess: Der 41-jährige David Hess hat seine Ausbildung zum Primarlehrer sowie zum Berufsfachschullehrer für Allgemeinbildenden Unterricht absolviert. Er hat zudem erfolgreich zwei CAS-Lehrgänge absolviert: Pädagogischer ICT Support sowie Lehrbegleitung und Praxisberatung für Berufsbildung. Seit fast zwanzig Jahren ist David Hess als Primarlehrer an der Primarschule Frick tätig, die letzten acht Jahre auch als stellvertretender Schulleiter und Co-Schulleiter. Seit 2014 unterrichtet er zudem an der Allgemeinen Gewerbeschule Basel in der beruflichen Grundbildung und hat 2023 auch die Funktion als stellvertretender Abteilungsvorsteher ABU übernommen.
Fabienne Beyerle: Die 46-jährige Fabienne Beyerle ist ausgebildete Primarlehrerin und schulische Heilpädagogin. Sie hat die Ausbildung zur Berufsfachschullehrerin für Allgemeinbildenden Unterricht abgeschlossen und verfügt über ein Lehrdiplom für die Berufsmaturität. Sie hat zudem die Weiterbildung zur Schulleiterin EDK absolviert. Nach ihrer Tätigkeit als Primarlehrerin und schulische Heilpädagogin hat sie während zehn Jahren als Lehrerin für Allgemeinbildenden Unterricht an der Berufsfachschule Basel unterrichtet und dabei auch Erfahrungen als FiB-Lehrerin gesammelt. Ab 2017 war sie als Leiterin Schule und Therapie im Schul- und Förderzentrum Wenkenstrasse Riehen tätig.
Ich heisse die neuen Schulleitungsmitglieder an dieser Stelle herzlich willkommen und wünsche Ihnen viel Freude bei der neuen Tätigkeit.

Namensgebung und Zuteilung der Berufsgruppen in der neuen Aufbaustruktur
Ende 2025 hat die Schulleitung mit Unterstützung eines externen Beraters die Zuteilung der Berufsgruppen in die neue Aufbaustruktur vorgenommen. Die Zuteilung wurde am 8. Januar 2026 der Resonanzgruppe – bestehend aus Vertretungen des Kollegiums, der Verwaltung und der Schulkommission – präsentiert. Deren Rückmeldungen wurden an der Schulleitungssitzung vom 13. Januar 2026 in die definitive Einteilung einbezogen. Am 27. Januar 2026 wurde die Zuteilung im Rahmen der Schulkonferenz dem Gesamtkollegium vorgestellt.
Ein wichtiger Schritt in diesem Transformationsprozess ist die Formierung der Co-Leitungen für die beiden Abteilungen der beruflichen Bildung. Das Bilden der Führungstandems erfolgte in einem Prozess mit den beiden neuen und den beiden bisherigen Abteilungsvorstehenden nach sorgfältiger Abwägung zusammen mit dem Direktor. An der zweiten Resonanzgruppensitzung vom 13. Mai 2026 wurden die neuen Co-Leitungen der beiden Abteilungen berufliche Bildung bekanntgegeben. Im Nachgang zu dieser Resonanzgruppensitzung hat die Schulleitung auch die Namen der beiden neuen Abteilungen festgelegt:
Romeo Borer und David Hess leiten die Abteilung Planung Energie Bau
In dieser Abteilung sind die Berufsgruppen: Ausbau, Elektro, Haustechnik, Planung, BP HFP WB Elektro, BP HFP WB Metall, HF Bauplanung, HF Gebäudetechnik, HF Metall- und Fassadenbau SMT
Dario Ferraro und Sibylle Reichmuth leiten die Abteilung Technik Mobilität Dienstleistungen
Berufsgruppen: Chemie, Drogerie, Elektronik / Automation, Fahrzeugtechnik, Floristik, Maschinenbau, Restaurant / Hotellerie, Küche, BP Automobildiagnostiker/in, BP Chefkoch/Chefköchin, HF Maschinenbau, HF Prozesstechnik, HF Systemtechnik.

Zuteilung der Führungsrollen und Zusammenarbeit
Auf das Ende des laufenden Schuljahres ist die Führungsverantwortung der einzelnen Abteilungsvorstehenden definiert und allen Lehrpersonen und Dozierenden kommuniziert worden. Parallel dazu hat auch das Schulsekretariat die Verantwortlichkeiten im Hinblick auf die neuen Abteilungen neu verteilt. Am 1. August 2026 startet die AGS in der neuen Führungsstruktur. Dafür wünsche ich der ganzen Schule Entwicklungsenergie, Offenheit und den Fokus auf eine professionelle Aus- und Weiterbildung unserer Lernenden und Studierenden. Nach den Sommerferien werden die Leitungspersonen zudem beim Aufbau der neuen Abteilungen und dem Etablieren neuer Zusammenarbeitsprozesse durch eine externe Begleitung unterstützt.

Ich blicke mit Zuversicht auf die anstehenden Veränderungen und die damit verbundene Aufbauarbeit. Ich danke allen für die engagierte Mitgestaltung auf unserem gemeinsamen Weg zur Weiterentwicklung der Allgemeinen Gewerbeschule Basel.

Dominique Mouttet, Direktor

KI in der Berufsbildung – zwischen Unterstützung, Verantwortung und neuem Lernen

Künstliche Intelligenz verändert die Berufsbildung derzeit schneller als viele frühere digitale Entwicklungen. KI-Tools schreiben Texte, analysieren Daten, generieren Bilder oder unterstützen bei Planungs- und Verwaltungs-aufgaben. Dadurch verändert sich nicht nur die Arbeitswelt, sondern auch der Unterricht an Berufsfachschulen. Besonders betroffen sind Berufe mit hohem Anteil an Wissensarbeit, Kommunikation, Gestaltung oder Administration. Gleichzeitig zeigt sich: KI ersetzt Lernen nicht, sondern verschiebt die Anforderungen.

Immer wichtiger wird die Fähigkeit, Ergebnisse kritisch zu beurteilen. Lernende müssen erkennen können, ob ein KI-Output korrekt, sinnvoll oder problematisch ist. Wer KI lediglich nutzt, ohne Grundlagenwissen aufzubauen, verliert langfristig die Fähigkeit zur eigenen Einschätzung. Deshalb gewinnen Kompetenzen wie kritisches Denken, Problemlösen, Kreativität und Selbststeuerung stark an Bedeutung. Auch Themen wie Datenschutz, Urheberrecht oder der Umgang mit Bias gehören zunehmend zur beruflichen Allgemeinbildung.

Für Lehrpersonen verändert sich die Rolle ebenfalls deutlich. KI kann Unterricht vorbereiten, Texte korrigieren oder Materialien differenzieren helfen. Gleichzeitig entstehen neue Herausforderungen: Wie sinnvoll darf KI in Prüfungen eingesetzt werden? Welche Aufgaben fördern noch echtes Lernen? Und wo ersetzt KI Prozesse, die eigentlich von Lernenden selbst aufgebaut werden müssten? Gerade in gestalterischen oder sprachlichen Fächern zeigt sich, dass KI nicht nur unterstützt, sondern teilweise direkt in den Kern des Unterrichts eingreift. Deshalb braucht es zunehmend fachspezifische Lösungen.

Aktuelle Studien zeigen zudem, dass sich der KI-Einsatz in Schulen und Berufsbildungseinrichtungen von einzelnen Experimenten zunehmend in die Breite entwickelt. Besonders generative KI-Tools wie ChatGPT, Bildgeneratoren oder intelligente Lernsysteme verbreiten sich rasch. Gleichzeitig warnen Fachstellen vor Risiken wie ungeprüften Informationen, wachsender Abhängigkeit von KI-Systemen oder einer Schwächung von Kreativität und Konzentrationsfähigkeit.

Ein wichtiger Trend der kommenden Jahre dürfte deshalb die Entwicklung neuer Lern- und Prüfungsformen sein. Mündliche Prüfungen, praxisnahe Aufgabenstellungen, Portfolio-Arbeiten oder Reflexionen gewinnen an Bedeutung, weil reine Reproduktionsaufgaben immer einfacher automatisiert werden können. Gleichzeitig wird KI zunehmend als Lernpartner oder Unterstützungswerkzeug im Unterricht auftauchen – nicht als Ersatz der Lehrperson, sondern als Ergänzung. Internationale Organisationen wie die OECD oder UNESCO betonen dabei, dass Lehrpersonen weiterhin das Zentrum von Bildung bleiben und KI verantwortungsvoll gestaltet werden muss.

Die Berufsbildung steht damit vor einer spannenden Entwicklung: KI verändert Unterricht, Lernen und Arbeitswelt gleichzeitig. Entscheidend wird sein, dass Lernende nicht nur lernen, KI zu nutzen, sondern auch, sie kritisch zu hinterfragen und verantwortungsvoll damit umzugehen.

 Marcel Ammann und David Hess, Fachgruppe digitales Lernen

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Quellen:

  1. OECD (2025): Trends Shaping Education 2025. Organisation for Economic Cooperation and Development.
    Verfügbar unter: https://www.oecd.org/en/publications/trends-shaping-education-2025_ee6587fd-en.html
  2. Deutsche Telekom Stiftung (2025): Trendmonitor KI in der Bildung 2025.
    Verfügbar unter: https://www.telekom-stiftung.de/sites/default/files/files/media/publications/trendmonitor-ki-in-der-bildung-2025-dts.pdf
  3. SAH Schweiz (2025): Positionspapier KI – Fokus Jugendliche.
    Verfügbar unter: https://www.sah-schweiz.ch/2025_04_22_positionspapier_ki_fokus_jugendlich/
  4. UNESCO (2023): Guidance for Generative AI in Education and Research.
    Verfügbar unter: https://unesdoc.unesco.org/ark:/48223/pf0000386693
  5. World Economic Forum (2025): Future of Jobs Report 2025.
    Verfügbar unter: https://www.weforum.org/reports/the-future-of-jobs-report-2025/

Vom Konferenzvorstand KoVo

Kollegiumstag in Strasbourg

Am 30. März 2026 sind wir mit dem Kollegium – insgesamt 96 Lehrpersonen – nach Strasbourg gefahren. Schon am Morgen hat man gemerkt: Das wird kein «Pflichtausflug», sondern ein Tag, auf den sich viele wirklich gefreut haben.

Die Anreise lief unkompliziert, verteilt auf mehrere Verbindungen ab Basel. Im Zug wurde schon viel geredet, gelacht und ausgetauscht – Dinge, die im Schulalltag oft zu kurz kommen. In Strasbourg angekommen, ging es dann schnell in die verschiedenen Gruppenprogramme.

Ein Grossteil von uns startete um neun Uhr beim Europaparlament. Allein davor zu stehen, hat schon Eindruck gemacht. Es war spannend, diesen Ort einmal nicht nur aus den Nachrichten zu kennen, sondern selbst dort zu sein. Man kam automatisch ins Gespräch – über Politik, über Europa, aber auch ganz allgemein über unseren Alltag.

Andere waren in der Kathedrale unterwegs. Dort konnte man sich zuerst individuell umschauen, was viele genossen haben. Danach ging es gemeinsam auf die Plattform – mit einem grossartigen Blick über die Stadt. Das war definitiv ein Highlight: ein bisschen Bewegung, frische Luft und einfach mal kurz stehen bleiben und schauen.

Am Nachmittag gab es dann noch «Strasbourg pur» – eine gruppenteilige Erkundung der Stadt mit Treffpunkt beim Place du Château. Das war eine schöne Mischung ausgeführt werden und trotzdem genug Freiheit, um eigene Eindrücke zu sammeln. Die Siegermannschaft durfte sich dann noch über ein Weingeschenk, der Rest auf Lebkuchen, freuen.

Ein zentraler Moment war für mich – und vermutlich für viele – das gemeinsame Mittagessen im «L’Ancienne Douane». Endlich waren wieder alle zusammen an einem Ort. Es wurde viel gelacht, Tische wurden durchmischt, Gespräche entstanden ganz spontan. Genau solche Momente machen den Unterschied: Man begegnet sich anders als im Schulzimmer.

Was mir besonders geblieben ist, war die Stimmung. Sie war durchgehend positiv, entspannt und offen. Kein Stress, kein Druck – einfach ein gemeinsamer Tag, an dem man sich als Kollegium wieder ein Stück näherkommt. Gerade weil wir im Alltag oft in unseren Bereichen unterwegs sind, war es schön, bewusst Zeit miteinander zu verbringen.

Am Nachmittag ging es dann wieder zurück nach Basel, wieder in Etappen. Im Zug war es etwas ruhiger als am Morgen – vielleicht auch, weil viele einfach zufrieden und ein bisschen müde waren.

Für mich war es ein Tag, der gezeigt hat, wie wichtig solche gemeinsamen Erlebnisse sind. Nicht spektakulär im Sinne von «laut», sondern einfach stimmig. Und genau deshalb so wertvoll.

Henrik Fliegner, Co-Präsident KoVo

AGS Basel Publikationen, AGS-INFO 48, JUNI 2026
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Abteilung CED

4. Nationale Bili-Tagung mit Beteiligung von Bili-Lehrpersonen der Floristen/innen EFZ

Am 6. Mai 2026 fand in Bern die 4. Nationale Bili-Tagung statt. Daran haben über 170 Personen, vorwiegend Bili-Lehrpersonen, teilgenommen. Aus der Abteilung CED haben Serina Bürgin und Sandra Kunz im Workshop «Bili Best Practice im gewerblichen Bereich» den Aufbau des Bili-Unterrichts im Fach «Beraten von Kundinnen und Kunden» bei den Floristen/innen EFZ aufgezeigt.

Im ersten Semester erarbeitet Sandra Kunz als BKU-Lehrerin mit den Lernenden zusammen die acht Schritte der Vollbedienung: Begrüssen, Ankommen, Bedarfsabklärung, Beratung, Preisnennung, Kassieren, Verpacken, Verabschieden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der korrekten Anwendung der einzelnen Schritte, da die Lernenden gemäss Wunsch der Berufsbildner/innen an Weihnachten dieses Kundengespräch beherrschen müssen. Dabei werden bereits vereinzelt wichtige englische Begriffe eingeflochten.

Im zweiten Semester werden diese Schritte nun durch die Englischlehrerin Serina Bürgin auf Englisch eingeführt und geübt. Dabei wird auch auf sprach-kulturelle Unterschiede hingewiesen. So ist im englischen Sprachgebrauch die Wendung «How can I help you?» durchaus gängig, währenddem im deutschen Sprachgebrauch die Frage «Wie kann ich Ihnen helfen?» ein No-Go ist und durch «Was kann ich für Sie tun?» ersetzt werden muss.

In den restlichen vier Semestern werden nun Beratungs- und Verkaufsgespräche immer wieder sinngemäss auf andere Anlässe wie Hochzeit, Jubiläumsfeier, Geburtstag, Trauerfall und andere Gelegenheiten übertragen und dabei bilingual geübt und vertieft.

Am Ende der Lehrzeit können alle Lernenden freiwillig eine Ergänzungsprüfung absolvieren, um das Bili-QV-Zusatzzertifikat zu erhalten. Die Prüfung besteht dabei aus einer 15 minütigen englischen schriftlichen Prüfung und einem 15 minütigen Beratungs- und Verkaufsgespräch auf Englisch.

Dieser kombinierte Ansatz des bilingualen Unterrichts durch eine BKU- und eine Englisch-Lehrperson intensiviert einerseits die Zusammenarbeit dieser beiden Lehrpersonen und ermöglich andererseits ein intensives und vertieftes Eintauchen in die Zweitsprache, speziell dann, wenn in einem Beruf für den eigentlichen Sprachunterricht keine Lektionen vorgesehen sind.

Markus E. Flück, Abteilungsvorsteher der CED

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Workshop Bili Best Practice. Von links nach rechts: Serina Bürgin, Sandra Kunz-Wieland und Markus E. Flück.

Abteilung Chemie Ernährung und Diverse (CED) – einige wenige Episoden aus der 52-jährigen Geschichte der Abteilung CED

1974: Der Bereich «Ernährung und diverse Berufe» wird vom allgemeinbildenden Unterricht getrennt und mit den «Laborantenberufen» zusammengefasst. Das ist die Geburtsstunde der Abteilung «Chemie, Ernährung und Diverse», kurz CED.

1994: Vorlehrklassen werden eingeführt. Sie dauern ein Jahr und beinhalten 50% Unterricht an der AGS und 50% praktische Tätigkeit im Betrieb.

1996-2000: Eine Gruppe aus 16 Lehrern der Abteilung CED besucht das insgesamt zehnwöchige arbeitsplatzbezogene Trainingsprogramm APT.

1999: Die Lernberatung startet als Projekt und steht bis heute allen Lernenden zur Verfügung. Die drei Hörsaalbestuhlungen im E 301, E 302 und E 306 werden entfernt.

2000: Ab Sommer 2000 wird der Vorbereitungskurs zur Erlangung der Höheren Fachprüfung für Laboranten/innen (Chemie und Biologie) nicht mehr in der Abteilung CED unterrichtet. Er wird neu im damaligen Ausbildungszentrum Seemätteli in Muttenz angeboten, da dort für den praktischen Teil geeignetere Laboratorien zur Verfügung stehen.

2004: Die Konditoren-Confiseure nehmen die umgebauten Zimmer E 326 und E 322 (Backstube) in Betrieb.

2005: Die ersten zweijährigen Lehren Küchenangestellte/r EBA, Restaurationsangestelle/r EBA und Hotellerieangestelle/r EBA starten. Gleichzeitig wird die fachkundige individuelle Begleitung fiB eingeführt. Der erste obligatorische Dreitageblock findet statt.

2006: Das Portfolio wird eingeführt.

2007: Die Vorkurse naturwissenschaftlicher Richtung heissen neu «Vorkurs für Medizinische Berufe» und «Vorkurs Chemieberufe».

2008-2010: Die Gebäude der AGS werden komplett saniert.

2013: Die letzten Anlehr-Klassen (z.B. Anlehre Gartenbau) laufen aus und werden durch die 2-jährigen Attestausbildungen ersetzt. Im gleichen Jahr werden die Berufe Bäcker-Konditor und Konditor-Confiseur zum neuen Beruf Bäcker-Konditor-Confiseur zusammengefasst und ab 2013 an der GIB Muttenz unterrichtet.

2014: Das Roche Learning Center in Kaiseraugst wird eröffnet. Das hat auch Auswirkungen auf den Lektionenplan der Laboranten/innen – neu werden Lektionen Begleitetes Lernen eingeführt.

2015: Bei den Laboranten/innen Fachrichtung Chemie wird der bilinguale Unterricht im Hauptfach Chemie und dem allgemeinbildenden Unterricht eingeführt. Das Sitzungszimmer im E 312 erhält eine farbige Wand und einen grossen Bildschirm für Präsentationen.

2016: Am Dreitageblock findet in allen Berufsgruppen der Abteilung CED eine gross angelegte Aufräumaktion statt – «Raum schaffen für Neues». Zu den gefundenen Trouvaillen gehörten unter anderem Atari-Computer, Schaubilder aber auch das eine oder andere Gerät, von denen niemand mehr wusste, wozu sie zu gebrauchen sind. In der Treppenhalle des Hauptgebäudes E steht neu eine Bring- und Hol-Bibliothek für alle zur Verfügung.

2017: Der Berufsverband der Zahntechniker entscheidet, dass die Zahntechniker/innen EFZ ab August 2017 neu in Zug unterrichtet werden. Nun wird auch bei den Laboranten/innen Fachrichtung Biologie der bilinguale Unterricht eingeführt.

2017: Der Erziehungsdirektor Dr. Christoph Eymann wird im neuen Sandgrubenschulhaus verabschiedet. Von der Abteilung CED sind verschiedene Lehrpersonen mit ihren Klassen (Floristen/innen, Hotellerieangestellte, Restaurantangestellte, Restaurantfachleute, Küchenangestellte und Köche/Köchinnen) bei diesem Grossanlass für 500 geladene Gäste im Einsatz.

2018: Gleichzeitig mit dem Zentrum für Brückenangebote werden in den Vorkursen neu Trimesterzeugnisse ausgestellt. Vorkurs-Schüler/innen können sich so bereits ab Dezember des laufenden Schuljahres mit neuen Zeugnisnoten für eine Lehrstelle bewerben.

2019: Im Sandgruben S II werden im Untergeschoss nach kurzer Bauphase neue Unterrichtszimmer eingeweiht. Neben zwei Theoriezimmern bekommt der VK Elektro eine neu eingerichtete Elektrowerkstatt und die Hotellerieangestellten ein neues Hotelzimmer. Sie alle können endlich die provisorischen Pavillons verlassen und in gut eingerichtete Zimmer einziehen.

2020-2022: Die verschiedenen Varianten des Corona-Lockdowns treffen in der Abteilung CED besonders die Lernenden der Vorkurse, haben sie doch einen hohen praktischen Anteil in Werkstatt, Labor oder Küche. Neben den Lernenden in den Vorkursen werden auch für die EBA-Lernenden verschiedene Massnahmen getroffen, um diese möglichst unterstützen zu können. Das traditionelle Weihnachtsessen in der Abteilung findet in diesem Jahr nicht statt.

2021: Die ÜK der Köche/Köchinnen werden mit den einlaufenden Klassen neu im Ausbildungszentrum GastroBaselland in Liestal unterrichtet. Dadurch können sowohl der Vorkurs Ernährung wie auch der Regelunterricht der Koch- und Küchenangestellten-Lernenden nun die Küche im S UG4 regelmässig für praktische Arbeiten nutzen. Die Zimmer E 309 und E 311 wurden umgebaut und haben keine Hörsaalbestuhlung mehr. Nach eineinhalb Jahren wird im August mit dem neuen Vorkurs-Konzept gestartet.

2022: In den Vorkursen werden neu 24 Lektionen Unterricht im entsprechenden Berufsfeld unterrichtet. Daneben werden elf Lektionen Grundlagen in berufsfeldunabhängigen Bereichen (Sport, Allgemeinbildung, ICT-Grundlagen) unterrichtet, dabei können kleinere Klassen auch zusammengelegt werden.

2023: Im E 327 wird die letzte Hörsaalbestuhlung der Abteilung CED entfernt. Die Klimaanlage im E 326 (ehemaliges Konditor-Confiseur-Zimmer) wird aufgrund einer kantonalen Weisung abgestellt und darf nicht mehr benutzt werden – das war der letzte kühle Ort auf der Sonnseite des Hauptgebäudes E im 3. Stock. Gleichzeitig wurden im Gebäude E im 3. Stock alle südseitig ausgerichteten Zimmer mit Vorhängen ausgestattet.

2023: für Schülerinnen und Schüler aus der dritten Klasse des De Wette Schulhauses werden am Tag der offenen Türe der Abteilung CED verschiedene Berufe aus der Abteilung vorgestellt. Ermöglicht werden dabei Besuche im Unterricht und Gespräche mit Lernenden und Lehrpersonen. Der Anlass findet seinen Abschluss in einem gemeinsamen Apéro.

2024: Der Beruf Hotel-Kommunikationsfachmann/-frau EFZ wird ab August 2024 neu an der AGS Basel ausgebildet. Die Fremdpraktika in den Vorkursen werden durch Life Skills-Module ersetzt, welche stärker auf alltägliche Themenbereiche der Jugendlichen ausgerichtet sind. Im Gebäude E im 3. Stock werden alle südseitig ausgerichteten Fenster mit Wärmedämmfolien ausgestattet.

2025: Die letzte Klasse Hotellerieangestellte EBA verlässt nach dem QV die AGS Basel. Die Berufe aus Hauswirtschaft und Hotellerie werden in einer neuen Bildungsverordnung zusammengefasst und seit August 2024 an der BFS Basel ausgebildet.

2026: Im August 2026 werden im Rahmen einer Strukturänderung aus der Abteilung CED alle Klassen der beruflichen Grund- und Weiterbildung einer der beiden neu gebildeten Abteilungen der beruflichen Grundbildung und die Vorkurse der neuen Abteilung «Fördern & Begleiten» zugeteilt. Damit endet die 52-jährige Geschichte der Abteilung CED. Sie wurde in dieser Zeit von insgesamt fünf Abteilungsvorstehern geleitet. Der erste Abteilungsvorsteher René Flückiger, hat im Jahr 1989 den nun abtretenden letzten Abteilungsvorsteher ,Markus E. Flück, damals noch als Chemielehrer angestellt – damit schliesst sich auch dieser Kreis.

Der Gesamtschule, der Schulleitung, den Lehrerinnen und Lehrern, allen Mitarbeitenden und natürlich allen Lernenden und Studierenden wünsche ich an dieser Stelle viel Erfolg, Freude und gutes Gelingen auf dem weiteren Weg.

Markus E. Flück, letzter Abteilungsvorsteher der CED

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1974 - Geburtsstunde der CED.
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Abteilung MTA

Elektronik-Ausbildung am Puls der Zeit:
ERFA-Gruppe tagt in Basel

Ende Januar traf sich die Schweizer ERFA-Gruppe der Elektronik-Lehrpersonen an der Allgemeinen Gewerbeschule Basel AGS. Im Zentrum der zweitägigen Tagung stand die konkrete Umsetzung der neuen Bildungsverordnung «FutureMEM» sowie ein faszinierender Exkurs in die Welt der Nanotechnologie.

Die digitale Transformation und die rasanten technologischen Entwicklungen stellen die Berufsbildung vor neue Herausforderungen. Um diesen zu begegnen, fokussierte sich die ERFA-Elektroniker Gruppe bei ihrem jüngsten Treffen primär auf das erste Lehrjahr und die Schwerpunkte Hardware und Software.

FutureMEM: Zwischen Standard und Spielraum
Direkt aus erster Hand erhielten die Teilnehmenden ein Update zum aktuellen Stand der Dinge. Giancarlo Favi und Beat Müggler von Swissmem referierten über die Fortschritte und Leitplanken von FutureMEM. In einem angeregten Austausch diskutierten die Lehrpersonen anschliessend, wo der Fokus bei der Umsetzung zwingend gesetzt werden muss und welche pädagogischen Spielräume den einzelnen Berufsfachschulen bleiben.

Von der Makro- in die Nanowelt
Ein besonderes Highlight markierte der Donnerstagnachmittag am Swiss Nanoscience Institute (SNI). Die Gruppe erhielt exklusive Einblicke in die Funktionsweise von Transmissions- (TEM) und Rasterelektronenmikroskopen (REM). Der Austausch mit den Wissenschaftlern vor Ort war inspirierend: Ob die präzisen Schnitte eines Transistors oder die bizarren Oberflächen von Fliegenaugen und Pflanzenblättern – die Visualisierung kleinster Strukturen schlug die Brücke von der Theorie zur High-End-Anwendung.

Vernetzung und Kulinarik
Der fachliche Austausch fand am Donnerstagabend in der Basler Fischerstube seine Fortsetzung. Bei einem gemeinsamen Nachtessen und einer Degustation verschiedener Biersorten wurden in informellem Rahmen Kontakte gepflegt und Erfahrungen aus dem Schulalltag ausgetauscht.

Workshops: Fokus auf die Praxis
Der Freitag stand ganz im Zeichen der Detailarbeit. In zwei Workshops wurden spezifische Themengebiete analysiert und geschärft:

  • Priorisierung: Welche Inhalte müssen sofort implementiert werden, und was lässt sich zeitlich nach hinten schieben?
  • Methodik: Wie sollen die Module unterrichtet werden? Diskutiert wurde unter anderem die Frage, ob der Einstieg in die Programmierung noch klassisch über die Konsole oder direkt hardwarenah mit Mikrocontrollern erfolgen soll.

Ein zukunftsweisender Aspekt war die angestrebte Zusammenarbeit zwischen den Schulen. So wurde intensiv darüber beraten, ob man sich bei der Wahl der Prozessorplattformen und der dazugehörigen Shields abstimmen kann, um Synergien zu nutzen und den Austausch von Lehrmitteln zu vereinfachen.

Die Tagung an der AGS verdeutlichte einmal mehr: Die Elektronik-Ausbildung in der Schweiz bleibt dank engagierter Lehrpersonen und einer engen Vernetzung mit der Industrie am Puls der Zeit.

Markus Meyer, Lehrperson MTA

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Aufnahme eines Rasterelektronenmikroskops (REM), das den Baslerstab im Mikrometerbereich zeigt. Die Skala am unteren rechten Bildrand verdeutlicht die Dimensionen: Der abgebildete Bereich ist lediglich 2µm.
© Foto: Marcus Wyss.
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Abteilung ABU

Neuer Schullehrplan Allgemeinbildung Basel-Stadt

Am 2. März 2026 wurde den ABU-Lehrpersonen der neue Schullehrplan vorgestellt. Bis zum 31. März lief anschliessend die Vernehmlassung. Für alle neu startenden Lernenden tritt der Lehrplan mit dem Schulstart vom 10. August 2026 in Kraft.

Am Dienstag, 31. März 2026, fand der gemeinsame Weiterbildungstag aller Partnerschulen statt. Dieser bot eine wertvolle Gelegenheit für den schulübergreifenden Austausch und erste Einblicke in das neue Lehrmittel des Westermann Verlags.

Zu Beginn wurden offene Fragen zu den vorgängig zur Verfügung gestellten Unterlagen gesammelt und zentrale Anliegen aus dem Kollegium festgehalten. Viele Rückmeldungen betrafen das neue Lehrmittel, wobei bereits zahlreiche Fragen geklärt werden konnten. Weitere Details werden sich zeigen, sobald die ersten Module freigeschaltet sind.

Im zweiten Teil präsentierte das Verlagsteam die bereits verfügbaren Inhalte und Materialien. Der praxisnahe Einblick vermittelte einen ersten Eindruck davon, wie künftig mit dem Lehrmittel gearbeitet werden kann.

An Nachmittag arbeiteten verschiedene Teams an Kompetenznachweisen für die ersten vier Ateliers. Dabei entstanden konkrete Ideen und Ansätze, die nun weiterentwickelt werden können.

Der Weiterbildungstag war geprägt von einer offenen Zusammenarbeit und einem konstruktiven Austausch zwischen den beteiligten Schulen.

David Hess & Sibylle Reichmuth, Stv. Abteilungsleitung ABU

AGS Basel Publikationen, AGS-INFO 48, JUNI 2026
Projektgruppe neuer ABU-Lehrplan Basel-Stadt.

Danke

Am 31. Juli 2026 wird die Abteilung Allgemeinbildung im Rahmen der anstehenden Strukturanpassungen aufgelöst. Die Lehrpersonen der Abteilung Allgemeinbildung werden den neu gebildeten Abteilungen zugeordnet.

Damit geht eine jahrzehntelange Ära der Querschnittabteilung Allgemeinbildung zu Ende. Dieser Schritt ist zweifellos auch mit Wehmut verbunden. Zahlreiche gemeinsame Anlässe, Projekte, Erfolge, Initiativen und bereichernde fachliche wie persönliche Auseinandersetzungen werden künftig Teil unserer Geschichte sein. Was jedoch bleibt, sind die Erinnerungen. Und es bleiben Menschen, die Vergangenes geprägt haben und nun Zukünftiges prägen werden.

Die Lehrpersonen und Dozierenden, die mit grossem Engagement und Leidenschaft die Ziele der Allgemeinbildung an der AGS aufrechterhalten – sei es im Unterricht, in Arbeitsgruppen, auf Abteilungsebene oder im Rahmen der Schulentwicklung.
Die Mitarbeitenden der Verwaltung, die uns im Schulalltag und bei der Umsetzung unserer vielfältigen Vorhaben stets kompetent und tatkräftig unterstützen.
Unsere Lernenden und Studierenden, die das vielfältige Miteinander, die lebendige Lernkultur und das besondere Umfeld an der AGS ausmachen. Ehemalige erinnern sich oft gerade an dieses offene und vertrauensvolle Zusammensein, das von gegenseitigem Respekt, Wohlwollen und kultureller Vielfalt getragen wird.

Strukturen dienen dazu, gemeinsame Ziele bestmöglich zu erreichen. Sie helfen uns, vorhandene Ressourcen wirksam einzusetzen und Lernangebote zu schaffen, die den Bedürfnissen unserer Lernenden und Studierenden gerecht werden. Gleichzeitig sollen sie Rahmenbedingungen schaffen, die konzentriertes Lernen, persönliche Entwicklung und eine positive Schulatmosphäre ermöglichen.

Die gesellschaftlichen Veränderungen der vergangenen Jahre stellen neue Anforderungen an unsere Schule. Unsere Lernenden und Studierenden benötigen heute in vielen Bereichen eine noch gezieltere Unterstützung in der individuellen Förderung. Die vorgesehenen Strukturanpassungen reagieren auf diese Entwicklungen und schaffen Rahmenbedingungen, die es Lehrpersonen und Dozierenden ermöglichen, ihre Kernaufgabe unter Berücksichtigung ihrer persönlichen Ressourcen noch gezielter und wirksamer wahrzunehmen.

Bevor die AGS mit der neuen Führungsstruktur und der zum Teil neu zusammengesetzten Schulleitung den nächsten Entwicklungsschritt geht, möchte ich mich im Namen der Abteilungsleitung Allgemeinbildung von Herzen bei allen bedanken, die uns bis heute begleitet und unterstützt haben.

Persönlich danke ich zudem der erweiterten Abteilungsleitung für ihren ausserordentlichen Einsatz und ihre verlässliche Zusammenarbeit. Viele unserer Aufgaben und Projekte hätten ohne ihr Engagement nicht erfolgreich umgesetzt werden können.
Mein Dank gilt insbesondere meiner Stellvertreterin Sibylle Reichmuth, meinem Stellvertreter David Hess sowie unserer Sachbearbeiterin Pascale Schären.
Ebenso danke ich herzlich den Schulhausvorstehern Henrik Fliegner und Hugo Reichmuth, der Leiterin der Schule für Erwachsene Ivanka Tomic, dem Leiter des Lehrgangs «Link zum Beruf» Elias Wahlen sowie dem Leiter des HF-Studiengangs Prozesstechnik Marcel Holzer.
Mein Dank richtet sich auch an Hans Bütikofer als Koordinator der Förderangebote sowie an Damien Smeraldy als Koordinator für das Qualifikationsverfahren der Grundbildung.
Ein besonderer Dank gilt zudem unseren Mentorinnen und Mentoren, die Jahr für Jahr neue Lehrpersonen begleitet, unterstützt und auf ihre Aufgaben vorbereitet haben.
Nicht zuletzt danke ich allen Lehrpersonen und Dozierenden, die den Gedanken der Allgemeinbildung mit Überzeugung in ihren Unterricht getragen und unsere Lernenden und Studierenden während ihrer Ausbildungszeit an der AGS fachlich wie menschlich begleitet haben.
Für alles, was wir gemeinsam erreicht haben, und für die vielen wertvollen Begegnungen bin ich sehr dankbar. Mit derselben Zuversicht blicke ich auf den weiteren Weg unserer Schule.

Urs Thiede, Abteilungsvorsteher Allgemeinbildung

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Berufsmaturitätsschule

Projektreise 2025 nach Turin, Italien 

Im Rahmen unserer Projektreise im Jahr 2025 reisten wir für fünf Tage nach Turin in Italien. Für dieses Reiseziel entschieden wir uns, weil uns die Stadt zuvor unbekannt war und wir sie ohne diese Gelegenheit vermutlich nie besucht hätten. Ziel der Reise war es, gemeinsam eine neue Stadt kennenzulernen und dabei kulturelle, geschichtliche und alltägliche Eindrücke zu sammeln.

Unsere Reise begann mit einem frühen Start in Basel. Gemeinsam fuhren wir mit dem Zug nach Mailand und nach einer einstündigen Pause weiter nach Turin. Nach unserer Ankunft bezogen wir zuerst unsere Zimmer. Bereits am ersten Tag besuchten wir das Automobilmuseum, das Museo Nazionale dell’Automobile. Danach schauten wir uns ein nahegelegenes Einkaufszentrum an, in dem früher FIAT-Autos produziert wurden. Dieser erste Tag gab uns bereits einen spannenden Einblick in die industrielle Geschichte der Stadt. Am zweiten Tag stand das Museo Nazionale del Cinema auf dem Programm. Später besuchten wir auch den Aussichtspunkt des Museums, von wo aus wir einen beeindruckenden Blick über Turin hatten. Anschliessend führte uns die Leiterin unseres Hostels durch die Stadt. Dank dieser Führung erfuhren wir viel über die Architektur und die Geschichte Turins. Am Abend gingen wir gemeinsam essen, was den Tag in einer angenehmen Atmosphäre abrundete.

Der dritte Tag begann mit dem Besuch des Museo Egizio, des grössten ägyptischen Museums Europas. Besonders faszinierend war die grosse Sammlung an historischen Relikten und ihr sehr guter Erhaltungszustand.

Am vierten Tag besuchten wir am Morgen einen lokalen Flohmarkt, auf dem Lebensmittel, Kleidung und viele weitere Alltagsgegenstände verkauft wurden. Dadurch erhielten wir nochmals einen anderen Eindruck vom Leben in der Stadt. Da es unser letzter Abend in Turin war, gingen wir noch einmal gemeinsam essen und liessen die Reise zusammen ausklingen.

Am Sonntagmorgen traten wir die Rückreise nach Basel an. Rückblickend war die Projektreise nach Turin eine sehr interessante und gelungene Erfahrung. Während der fünf Tage konnten wir die Stadt, ihre Sehenswürdigkeiten und ihre besondere Atmosphäre kennenlernen. Besonders gut gefielen uns der eigene Charme der Stadt und der nahegelegene Fluss Po. Die Reise zeigte uns, wie spannend es sein kann, eine neue Stadt direkt vor Ort zu entdecken, anstatt nur im Unterricht darüber zu sprechen. Ausserdem konnten wir als Gruppe gemeinsame Erlebnisse sammeln und unseren Horizont erweitern. Insgesamt war die Reise für uns sowohl lehrreich als auch abwechslungsreich.

Timon Bruggisser und Alicia Rüegg, Auszubildende Klasse BM1 T8A

AGS Basel Publikationen, AGS-INFO 48, JUNI 2026

Projekt- und Studienreise Venedig

Wir, die Klasse BM1 A 8A, sind am Freitag, dem 28. November 2025, früh am Morgen mit dem Zug Richtung Venedig aufgebrochen. Die Reise verlief ohne Probleme, und so sind wir am Nachmittag in Venedig angekommen. Wir wohnten unweit vom Markusplatz, mitten im Zentrum von Venedig. Dies war sehr angenehm, da man alles schnell erreichen konnte.

Den Freitagabend liessen wir noch ruhig ausklingen. Am Samstagvormittag besuchten wir das «Museo Storico Navale». Dort lernten wir vieles über die maritime Geschichte, insbesondere von Italien. Nach einem kurzen Mittagessen haben wir eine Bootstour gebucht mit Halt auf den Nachbarinseln Murano, Burano und Torcello. In Murano besuchten wir eine traditionelle Glasbläserei, welche das weltweit bekannte Muranoglas herstellt. Anschliessend ging es weiter nach Burano, ein beschauliches, kleines, buntes Städtchen. Zu guter Letzt besuchten wir noch die älteste bewohnte Insel in der Lagune, Torcello. Am Abend sind wir – wie auch an den anderen Tagen – gemeinsam essen gegangen.

Am kommenden Tag begann das Programm ein wenig später. Es stand der Besuch des Peggy Guggenheim-Museums auf dem Programm. Dies ist ein bedeutendes Kunstmuseum, welches den Nachlass der Kunstsammlerin Peggy Guggenheim zeigt. Vertreten sind Werke von Calder oder auch Picasso. Danach hatten wir Freizeit bis am späteren Nachmittag, wo wir eine Stadtführung erhalten haben. Dabei erfuhren wir viel über die Geschichte von Venedig und seine Wahrzeichen. Der Stadtführer wies und den Weg durch die verwinkelten Gassen zu einer versteckten, aber berühmten Wendeltreppe, welche jedoch schon geschlossen war.

Am letzten vollen Tag starteten wir mit einer exklusiven Führung in einem der Ausstellungsräume der bereits beendeten Biennale, einer bedeutenden Architekturausstellung. Anschliessend besuchten wir noch das Ghetto von Venedig und lernten, dass das Wort Ghetto im Italienischen und dem Jüdischen Viertel von Venedig seinen Ursprung hat. Abschliessend erkundeten wir Venedig auf dem Wasserweg.

Früh am Dienstagmorgen, nach einer kurzen Nacht, sind wir wieder in den Zug Richtung Schweiz gestiegen – mit vielen grossartigen Erlebnissen und Erinnerungen im Gepäck.

Abschliessend möchten wir uns von ganzem Herzen bei der Scheidegger Thommen Stiftung sowie bei unseren Lehrern, Herrn Ciel Grossmann und Herrn Massimo Pieri, für die grosszügige finanzielle Unterstützung, sowie für die Organisation der Studienreisebedanken. Auch das schöne Wetter hat zum Gelingen beigetragen.

Niklas Banerjee, Jean-Michel Jeanne und Matteo Gross, Auszubildende Klasse BM1 A 8A

AGS Basel Publikationen, AGS-INFO 48, JUNI 2026
Klasse BM1 A 8A mit den Lehrpersonen Ciel Grossmann und Massimo Pieri.

Projektreise der Klasse BM2 V G 2A nach Bologna
9.–13. Februar 2026

Vom 9. bis 13. Februar 2026 reiste unsere Klasse BM2 V G 2A im Rahmen der Projektwoche nach Bologna in die Region Emilia-Romagna. Nach der frühen Abfahrt in Basel kamen wir am Mittag in Bologna an, bezogen unsere Unterkunft und lernten die Stadt bei einer ersten Führung besser kennen.

Bologna ist bekannt als la rossa, la dotta, la grassa – die Rote, die Gelehrte, die Fette. Die Stadt ist für ihre roten Gebäude, die langen Arkaden und ihre lange Geschichte bekannt. Besonders wichtig ist die Universität Bologna, die als eine der ältesten Universitäten Europas gilt und das Stadtbild sowie das kulturelle Leben stark geprägt hat.

Während der Woche unternahmen wir verschiedene Ausflüge in der Region. So besuchten wir in Faenza das Internationale Museum für Keramik Faenza (MIC). Dieses Museum gehört zu den bedeutendsten Keramikmuseen weltweit und zeigt Werke aus verschiedenen Epochen, von der Antike bis zur modernen Kunst. Wir erhielten spannende Einblicke in Material, Technik und Gestaltung. Zudem besichtigten wir den Palazzo del Popolo, ein wichtiges historisches Gebäude im Zentrum von Faenza. Am selben Tag schauten wir uns auch ein historisches Wohnhaus eines Grafen an, in dem wir die original eingerichteten Räume besichtigen konnten. Das war besonders interessant, weil man sehen konnte, wie früher gewohnt wurde.

Ein weiterer Ausflug führte uns nach Ravenna. Die Stadt ist besonders bekannt für ihre berühmten Mosaike, die aus der spätantiken und byzantinischen Zeit stammen und heute zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Bei einer Schnitzeljagd durch die Stadt besuchten wir unter anderem das Mausoleum der Galla Placidia, die Kirche San Vitale, die Basilica di San Francesco sowie die Domus dei Tappeti di Pietra. Ausserdem waren wir im MAR Museo d’Arte della Città di Ravenna und im Nationalmuseum. Durch diese verschiedenen Orte er-hielten wir viele Eindrücke von Kunst, Geschichte und Kultur der Stadt.

Während der Woche arbeiteten wir ausserdem in Gruppen an unseren Projektthemen für die Ausstellung im Dezember. Die verschiedenen Besichtigungen und Eindrücke vor Ort halfen uns dabei, unsere Themen besser zu verstehen und neue Ideen für unsere Arbeiten zu sammeln.

Die Reise war für uns eine abwechslungsreiche und lehrreiche Erfahrung. Wir konnten vieles direkt vor Ort erleben und gleichzeitig unseren Teamgeist stärken.

Lirijana Shabani, Milena Tischhauser,  Auszubildende Klasse BM2 V G 2A

AGS Basel Publikationen, AGS-INFO 48, JUNI 2026
Neptunbrunnen, Bologna.
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Klasse BM2 V G 2A mit den Lehrpersonen Ciel Grossmann und Jonas Vischer vor dem Keramikmuseum in Faenza.
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Sport

Gesundheitsförderung an der AGS

Die Arbeitsgruppe Gesundheitsförderung befasste sich im FS 2026 mit folgenden Themen:

  • Vor- und Nachbereitung der Xs-Woche 2026
  • Vor-/Nachbereitung der Pilotveranstaltung «Cyberspace»
  • Planung und Durchführung von gesundheitsfördernden Angeboten für die Mitarbeitenden
  • Vorbereitende Arbeiten für das Schuljahresziel 2026/27: Das Gesundheitsteam erarbeitet ein Konzept «Mentale Gesundheit an der AGS»

WorXshopwoche Xs
Nach einem durch den ESC verursachten Unterbruch im letzten Jahr fand vom 09. – 13. März im Jahr 2026 die diesjährige Xs-Woche für die Lernenden des ersten Lehrjahres wieder statt. Alle Lernenden wählten aus einem Angebot von maximal 11 WorXshops ihre drei Wunsch-WorXshops aus.
Auch in diesem Jahr war die Weiterempfehlungsrate der Lernenden erfreulich hoch. Sehr hohe 94% würden anderen Lernenden den Besuch des WorXshops empfehlen (davon 74% im ++-Bereich und 20% im einfachen Plusbereich). Drei von 363 befragten Lernenden gaben an, den Xs-Nachmittag eher nicht zu empfehlen.
Einzelne Verbesserungsvorschläge werden wir in die Durchführung der Xs-Woche im nächsten Jahr einfliessen lassen.

Auszug aus der Wahlbroschüre: ‚WorXshop Nr. 10: Mental stark‘
Du stellst dich gerne Herausforderungen oder möchtest dies gerne? Du möchtest dich auch unter Druck besser behaupten können?
Hier wird dir anhand sportlicher Challenges (Ninja Warrior lässt grüssen…) in der Halle aufgezeigt, wie du dein Berufs- und Privatleben mit mentaler Stärke besser meistern kannst.
WorXshopleitung: Cora Vogel / Thomas Pierer

Auszug aus der Wahlbroschüre: ‚WorXshop Nr. 3: Körpersprache‘
Wir versuchen, das perfekte Pokerface zu durchschauen. Gemeinsam werden wir erleben, wie unser Körper ungewollt und ohne Sprache sehr viel über uns verrät. An Mimik und Körperhaltungen lernen wir erkennen, was wir unbewusst ausdrücken und wie uns andere sehen. Wir werden versuchen herauszufinden, welche Bedeutung die Körpersprache in unserem Alltag einnimmt.
Wir werden uns aber auch gegenseitig etwas «vorspielen» (Gefühle, Stimmungen; pantomimisch, schauspielernd etc.) und das Verhalten in schwierigen Situationen anschauen.
WorXshopleitung: Jens Winkler / Chantal Brügger

Angebote für die Mitarbeitenden
Im FS 2026 konnten unsere Mitarbeitenden an diversen gesundheitsorientierten Spezialangeboten teilnehmen, z.B. Fitnesstreff, Biketreff, Aquafitness, Curlingplausch sowie Yoga über Mittag.

Hier der Kurzbericht zum Curlingplausch:
«Am Dienstag, 24. März 2026 wagten sich sechs gutgelaunte und doch auch ehrgeizige AGS-Lehrpersonen im CRB Arlesheim aufs Glatteis. Nach einer halbstündigen Einführung in Technik (Sliding Delivery und Steinabgabe sowie Wischen), Taktik und Spielregeln waren auch die beiden Curling-Beginners so weit, dass ein Matchli starten konnte. In den vier Ends konnte ein Auf und Ab beobachtet werden: Auf Weltklasseniveau gespielten Steinen folgte häufig auch ein doch ernüchternder Folgestein. Auf jeden Fall war aber bei allen Akteuren eine kontinuierliche Steigerung ersichtlich, was den Spielplausch spürbar erhöhte. Es kam, wie es kommen musste: Im letzten End entschied tatsächlich der letzte Stein über Sieg oder Niederlage. Skip-Neuling Cédric Müller schaffte es mit grossartiger Unterstützung der beiden Wischer Stefan Buhl und Mario Sergi, den Shot liegenden Stein von Team Rot (Marcel Ammann, Urs Böller und Mario Metzger) wegzuspielen, so dass ein Zweierhaus zum Sieg reichte. Für das Verliererteam Rot blieb der Trost, vom siegreichen Team nach bester Curling-Tradition zum Apero eingeladen zu werden. Beim anschliessenden Nachtessen im Restaurant Arlésienne in der Curlinghalle wurden der eine oder andere Stein sowie die siegbringenden Taktiken nochmals ausführlich diskutiert. Ein erlebnisreicher und lustiger Abend fand so seinen würdigen Abschluss».

Das Gesundheitsteam der AGS Basel: Urs Böller, Marcel Ammann, Christina Franz

AGS Basel Publikationen, AGS-INFO 48, JUNI 2026
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Informationen der Ehemaligen

Januar: Führung Museum.BL (Posamenterei)
Liestal

Der erste Anlass im neuen Jahr führte uns nach Liestal. Zur Einstimmung trafen wir uns im Restaurant Mooi zum Mittagessen, wo uns sogar ein eigener kleiner Saal zur Verfügung stand, ideal zum gemütlichen Plaudern. Wir waren immerhin 14 Personen, und vier weitere Kollegen warteten anschliessend vor dem Museum BL.

Hier wurden wir gebeten, uns um punkt 14.00 mit dem Lift in den obersten Stock zu begeben und dort zu warten. Der Grund wurde uns klar, als unversehens eine Frau wie aus einer vergangenen Zeit auftauchte: gekleidet wie Mitte letztes Jahrhundert, mit Kopftuch und einfachen Kleidern: eine Bauersfrau. Sie zeigte sich überrascht, dass alle Frauen unserer Gruppe Hosen trugen, und auch die roten Schuhe eines Kollegen setzten sie in Erstaunen. Es war offensichtlich, dass sie aus einer vollkommen anderen Zeit stammte. In breitestem Oberbaselbieter Dialekt erzählte sie aus ihrem Leben: Geboren in Reigoldswil in einer kinderreichen Bauernfamilie, die mit Posamentern (Weben von Seidenbändern) ihr karges Budget aufbesserte. Mit einer Kuh, zwei Ziegen und ein paar Kirschbäumen hätte die Familie kaum überleben können. Für die Kinder hiess das: Bei Sonnenaufgang aus dem Bett, Seidenfäden von den grossen Spulen auf die winzigen Spulen des Webstuhls umwickeln, frühstücken, dann ab in die Schule («eine Erholung!»), vor und nach dem Mittagessen sowie nach der Schule am Nachmittag bis zum Eindunkeln wieder «Spüeli wickle». Sie setzte den Webstuhl des Museums in Gang, und bei ohrenbetäubendem Lärm konnten wir fasziniert beobachten, wie die farbigen Seidenbänder langsam in die Länge wuchsen. Diese wurden für Hutbänder, Applikationen an festlichen Kleidern und vieles mehr verwendet. Der Webstuhl bekam in der Wohnstube den besten Platz: nahe beim Fenster, so dass man auch das letzte Tageslicht zum Arbeiten nutzen konnte.

Die Posamenterbauern wurden von den «Syydeherre» aus der Stadt mit dem Rohmaterial beliefert. Auch die Webstühle waren Eigentum der Fabrikanten in der Stadt. Der Visiteur, der in unregelmässigen Abständen auftauchte – «, wenn er in Liestal gesichtet wurde, ging die Meldung wie ein Lauffeuer bis nach Reigoldswil hinauf, so dass man immer ganz genau über sein Kommen im Bild war» -, unterzog die Bänder einer genauesten Kontrolle, und kleinste Fehler führten zu empfindlichen Abzügen bei den sowieso tiefen Löhnen. Der «Bott» (Bote) mit seinem Pferdewagen war für den Transport des Materials und des Geldes verantwortlich.

Nach der Führung stellten wir erstaunt fest, dass die Schauspielerin eigentlich eine Stadtbaslerin war. Ihre Vorstellung in Baselbieter Dialekt war höchst lebendig, unterhaltsam und informativ.

Christa Suter, ehemalige Lehrperson CED

AGS Basel Publikationen, AGS-INFO 48, JUNI 2026
© Foto: Christa Suter.

Februar: Besuch Hafenmuseum
Basel

Mit den aktiven Pensionierten virtuell auf Hoher See:
Am 19. Februar um 14.30 Uhr rückten im Basler Rheinhafen 16 Kapitän-Kandidatinnen, drei weibliche und 13 männliche, alle seefest, zum Simulator Training ein. Dass um das virtuelle Hochseeschiff noch ein Museum gebaut wurde, störte weiter niemanden. Die Crew wurde auf drei Themenkreise aufgeteilt. Für jeden Themenkreis waren 30 Minuten vorgesehen.

Das wichtigste Thema war der Schiffsführungssimulator:
Auf der Brücke des Schiffsführers, der Schiffsführerin wurde virtuell ein Hochseeschiff gesteuert. Unser Instruktor, Herr S. Offner, Kapitän a.D., erklärte uns den Schiffsführungs-simulator, der tatsächlich auch für die Ausbildung eingesetzt wird. Er ging dabei auf die verschiedenen Displays und die Steuermittel auf der Kommandobrücke ein und unverkennbar sah man, dass auch hier die Digitalisierung Einzug gehalten hat. Im Hintergrund konnte er uns verschiedenen Szenarien aussetzen, stürmische See, Nebel und starker Regen, aber auch blauer Himmel.

Nun waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aufgerufen, das Hochseeschiff ohne Kollision bei unterschiedlichen Bedingungen in einen Hafen zu steuern.
Nach Aussage von Kapitän Offner haben alle Kandidatinnen und Kandidaten die Prüfung bestanden. Leider hatte er keine diesbezüglichen Diplome zur Hand.

Das zweite Thema war die Schleppschiffgenossenschaft:
Mit Worten und einem Film wurde die Entwicklung der Binnenschifffahrt auf dem Rhein aufgezeigt. Von den Lastkähnen, die von Menschen oder Pferden gezogen wurden, bis zum ersten Raddampfer, der 1826 von Köln herkommend Basel erreichte. Einen Hafen gab es damals noch nicht, nur eine Anlegestelle. Der Hafen St. Johann beim Novartis-Campus wurde 1911 eröffnet, und das Hafenbecken 1 wurde 1924 in Betrieb genommen.
Es gab auch einen Film über die Havarie eines gezogenen Schleppers, der von der Strömung quer an die Pfeiler der Mittleren Brücke gedrückt wurde.

Das dritte Thema war die Ausstellung:
Interessant war auch die Ausstellung von verschiedenen Exponaten der Schifffahrt.
Bei einem Apéro im Museum wurden die verschiedenen Eindrücke verarbeitet und mit Gesprächen unter Kolleginnen und Kollegen die Exkursion abgerundet.

Paul Müller, ehemalige Lehrperson MTA

AGS Basel Publikationen, AGS-INFO 48, JUNI 2026
Das Hafenmuseum.
© Foto: Paul Müller.
AGS Basel Publikationen, AGS-INFO 48, JUNI 2026
Schiffsführungs-Simulator.
© Foto: Hafenmuseum.

März: Rundgang Stadtcasino
Basel

Wer das Stadtcasino von Konzertbesuchen kennt, hat meist eine feste Meinung zum Neubau, der nun schon seit fünf Jahren fertiggestellt ist: Roter Samt überall (von «wunderschön» bis «schrecklich»), lange Treppen («mühsam, aber bequeme Handläufe»), viele Wandlämpchen (von «kitschig» bis «härzig»), grosses Foyer («super»).

Frau Herzog, die uns durch die Räume führte, hob jedoch hervor, dass sich die Architekten Herzog und de Meuron bei vielen Details der Inneneinrichtung bewusst an historischen Vorbildern orientierten: die Bodenfliesen in den Nasszellen wurden nach alten Mustern gefertigt, die Kronleuchter im Foyer sind kleinere Nachbauten derjenigen im grossen Musiksaal, die roten Tapeten kann man in der Opéra Garnier in Paris wiederfinden, und der Parkettboden schliesslich nimmt das Muster der Tapete wieder auf. Apropos lange Treppen: Es gibt überall genügend Lifte.

Am grossen Musiksaal, der akustisch zu den weltbesten gehört, wurden nur Details renoviert, welche auf die Akustik keinen Einfluss haben: Richtung Steinenberg wurden die zugemauerten Fenster freigelegt, so dass Tageslicht hereinströmt. Die neuen Spezialfenster halten sämtlichen Aussenlärm zuverlässig ab. Die Saalbestuhlung wurde nach historischem Vorbild erneuert, und, besonders hervorzuheben: Lüftungsschlitze unter jedem Stuhl sorgen für ein sehr angenehmes Raumklima, ohne dass man Zugluft spürt oder Geräusche der Klimaanlage hört.

Wie wurde aber ein so grosszügiges und luftiges Foyer möglich? Man erinnert sich noch an das alte Foyer mit Treppen und Garderoben, welche ein Durchkommen erschwerten. Am besten ist die Erweiterung von der hinteren Seite des Gebäudes aus sichtbar: Es wurde ein ganz neuer Trakt auf der Seite der Barfüsserkirche angebaut. Der alte und der neue Trakt sind lediglich mit einer dicken Silikonfuge verbunden; dadurch wird die Übertragung von Erschütterungen und Schall vom neuen Foyer auf den Bestandsbau verhindert. Von aussen gesehen wirkt der Anbau, sowohl materiell als auch farblich, dem Altbau angeglichen. Erst aus der Nähe erkennt man, dass die «Steinverkleidung» in Wirklichkeit aus gestrichenen Holzelementen besteht.

Was fast unglaublich klingt: Der Kostenvoranschlag von 77,5 Millionen wurde fast auf den Rappen genau eingehalten!

Woher kommt eigentlich der eigentümliche Name «Stadtcasino»? Das ursprüngliche Gebäude wurde 1826 als Gesellschaftshaus konzipiert, in dem allerlei Aktivitäten stattfanden: gesellschaftliche Anlässe, Boxkämpfe, Zionistenkongress, die erste MUBA und vieles mehr. Der grosse Musiksaal wurde 1876 gebaut. Man sieht: dieses Jahr stehen zwei Jubiläen an: 200 Jahre Stadtcasino, 150 Jahre Musiksaal. Diesen Sommer wird ein vielseitiges Jubiläumsprogramm geboten.

Wegen grosser Nachfrage werden wir diese Führung 2027 nochmals ins Programm nehmen.

Christa Suter, ehemalige Lehrperson CED
Matthias Buser, ehemalige Lehrperson BAU

AGS Basel Publikationen, AGS-INFO 48, JUNI 2026
© Foto: Christa Suter.
AGS Basel Publikationen, AGS-INFO 48, JUNI 2026
© Foto: Christa Suter.

April: Stadtführung Hugenotten
Basel

Für protestantische Glaubensflüchtlinge, die im 16. und 17. Jahrhundert aus dem katholischen Frankreich flohen, war Basel neben anderen schweizerischen und deutschen Städten ein sicherer Zufluchtsort. Bereits 1572 wurde hier die reformierte Französische Kirche gegründet; sie sieht sich als die älteste Migrationskirche der Schweiz. Nicht alle Flüchtlinge wurden allerdings mit offenen Armen empfangen; arme Familien wurden weitergeschickt, und gegen handwerkliche Konkurrenz wehrten sich die Zünfte.

Trotzdem gelang es zahlreichen französischen Familien, hier Fuss zu fassen, vor allem als Händler, Fabrikanten, Bankiers etc. Diese Familien prägten in der Stadt die Farben- und Seidenindustrie, aus der die heutige Pharmaindustrie entstand. Um Konflikte mit den städtischen Zünften zu vermeiden, siedelten einige ihre Manufakturen auf der Landschaft an: Sarasin eröffnete im 19. Jahrhundert Seidenbandfabriken in Binningen und Sissach, De Bary in Gelterkinden.

Elisabeth Reichen, ehemalige Diakonin der Französischen Kirche Basel, führte uns vom Kreuzgang des Münsters bis zum Spiesshof durch zahlreiche Stationen, die Spuren von Hugenotten aufweisen. Die Gedenktafel von J. L. Bauhin im Kreuzgang weist auf eine einflussreiche Basler Hugenottenfamilie hin. Im Naturhistorischen Museum, damals ein Augustinerkloster, feierte die französische Kirchgemeinde viele Jahre ihre Gottesdienste. Das Blaue und Weisse Haus am Rheinsprung war Wohnsitz der Familie Sarasin. Gegenüber kann man eine steile Treppe zum Garten der Universität hinuntersteigen: Hier gründete Caspar Bauhin, Professor an der Universität, den ersten Botanischen Garten der Schweiz, der damit zu den ältesten weltweit gehört. Am Rathaus vorbei ging es in Richtung Predigerkirche. Das Haus Blumenrain 34 trägt den Namen «Seidenhof»; hier betrieben die Brüder Pellizari, Glaubensflüchtlinge aus der Lombardei, und später der Hugenotte N. Passavant einen florierenden Seidenhandel. In der Predigerkirche feierte die französische Gemeinde während mehr als 150 Jahren ihre Gottesdienste.

Das Haus Ringelhof an der Petersgasse hat ebenfalls eine interessante Geschichte: Im 16. Jahrhundert wurde es von Christopher d’Annone, einem reichen Kaufmann und Glaubensflüchtling aus der Lombardei, bewohnt. Die reiche Familie führte ein luxuriöses Leben, was der Obrigkeit Basels missfiel: Die französische Kirche musste auf Geheiss des Rats im Gottesdienst ihre Kirchgänger ermahnen, «sich Wohlleben und Pracht zu enthalten und kein schädliches Exempel zu geben». Auch wurden die «Welschen» gebeten, erst nach den Bürgern auf dem Markt einzukaufen. Vorbei an den ehemaligen Wohnhäusern der Buchdrucker Johannes Oporin und Johannes Frobel erreichte unsere Gruppe schliesslich das Haus Spiesshof am Heuberg. Hier wohnte der hugenottische Handelsmann Johann von Bruch (van Brügge) mit zehn Kindern und zahlreicher Dienerschaft. Er gab sich als Glasmaler aus, doch niemand hatte ihn je arbeiten sehen. Da er jedoch regelmässig die Armen unterstütze, fragte irgendwann niemand mehr nach der Herkunft seines Reichtums. Er wurde auf dem Friedhof St. Leonhard beigesetzt. Wenige Jahre später sickerte jedoch durch, dass der Mann eine falsche Identität angegeben hatte: Er hiess eigentlich David Joris und war das Oberhaupt der Wiedertäufer in den Niederlanden. Vielweiberei! Radikalreformator! Sektenführer! Das war zu viel für die braven Basler Bürger: Seine Leiche wurde ausgegraben, enthauptet, verbrannt und die Asche dem Rhein übergeben. Noch heute soll er als Geist ab und zu im Spiesshof herumspuken.

Den Abschluss bildete ein gemütliches Mittagessen im Restaurant Antalya.

Christa Suter, ehemalige Lehrperson CED

AGS Basel Publikationen, AGS-INFO 48, JUNI 2026
© Foto: Christa Suter.

Mai: Besuch Untersuchungsgefängnis
Muttenz

Heute kamen wir in den Genuss einer Führung, die wohl einmalig war: Im SJZ werden eigentlich gar keine Führungen angeboten. Es ist Hansjörg Häfelfinger zu verdanken, dass wir einen Blick «hinter Gitter» werfen durften, denn Herr Schneiders, ein Freund von ihm, arbeitet dort als Fachmann für Justizvollzug (Gefängniswärter).

Das grosse graue Gebäude unmittelbar an den Geleisen des Bahnhofs Muttenz vereinigt in einem Haus Untersuchungsgefängnis, Staatanwaltschaft und Gerichte. Es wurde gebaut, um die auf mehrere Standorte im Kanton BL verteilten Zentren zusammenzufügen. Dies reduziert den Aufwand für Gefangenentransporte und die Wege des beteiligten Personals (Staatsanwälte, Richterinnen, Gerichtsschreiber, Dolmetscherinnen etc.) Das Haus wurde 2014 eingeweiht.

Herr Schneiders führte uns in eine Welt, die man aus Fernsehkrimis zu kennen glaubt; wir durften eine Zelle besichtigen (spartanisch, gelb gestrichen), das Verhörzimmer samt einseitig durchsichtiger Scheibe «ausprobieren» (genauso wie in Krimis), einen kleinen Gerichtssaal betreten (ebenfalls wie in Krimis). Und doch erlebte man die Realität viel bedrückender: Wenn an der Zellenwand ein Zettel hängt, auf dem jemand Gott bittet, ihn bald zu sich zu holen, weil er die Gefangenschaft nicht aushält, wenn man den videoüberwachten Separierraum für selbst- und fremdgefährdende Insassen betritt, wenn man die spartanisch ausgestattete Sporthalle und den kargen Platz für Freigänge sieht, so regt sich Mitleid. Andererseits: Herr Schneiders erklärte uns, dass sämtliche nicht niet- und nagelfesten Utensilien abmontiert und als Waffe gegen sich und andere verwendet werden können («die Insassen sind da sehr kreativ»), dass es Gefangene gebe, die bei jedem Verlassen der Zelle wegen ihrer Aggressivität von fünf Personen begleitet werden müssen, so hat man Verständnis für die Massnahmen.

Herr Schneiders machte grossen Eindruck auf uns. Seit vielen Jahren arbeitet er gerne in dem Beruf, und immer sprach er neutral und wertschätzend über die Straftäter, nie war etwas Abwertendes zu hören, auch nicht ansatzweise. Auf die Frage, wie er das schaffe, meinte er: «Eine intakte Familie und ein unglaublich gutes Team, das einen immer wieder auffängt». Tatsächlich arbeiten die meisten seit der Eröffnung des Hauses hier.

Christa Suter, ehemalige Lehrperson CED

AGS Basel Publikationen, AGS-INFO 48, JUNI 2026
Strafjustizzentrum Muttenz.
© Foto: Christa Suter.

Juni: Führung Abschied und Sterberituale in der Tierwelt
Zoo, Basel

An diesem heissen, sonnigen Junitag war wieder ein attraktiver Anlass geplant, nämlich eine Themenführung im Zolli. Zwar war die Mehrheit der 23 Gruppenmitglieder im Besitz einer Jahreskarte, kannte demnach den Zolli in- und auswendig, so könnte man meinen. Doch was uns hier von Nadja Vogt, Biolehrerin an der AGS, geboten wurde, erschliesst sich eben nicht auf den ersten Blick. Selbst die Schreiberin, Vorgängerin von Nadja, staunte teilweise nicht schlecht. Das Thema lautete: Tarnen, Warnen, Täuschen.

Es liegt in der Natur und im Interesse jedes Tieres, zu überleben und möglichst viele Nachkommen zu hinterlassen. Das klingt trivial, aber dafür müssen sich Tiere allerlei einfallen lassen. Beispiele gefällig?

Die winzige Harlekinkröte, kaum grösser als ein Fingernagel, lebt in Bromelien in tropischen Wäldern Ekuadors. Sie ist exakt so gefärbt und ähnlich gemustert wie die Bromelie, auf der sie lebt, ist also perfekt getarnt. Trotzdem steht sie auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Arten – nicht wegen Fressfeinden, sondern wegen der Zerstörung ihres Lebensraums. Der Zoo Basel leistet hier einen wichtigen Beitrag durch Nachzüchtung; es ist nur zu hoffen, dass auch die natürlichen Lebensräume in Ecuador so weit erhalten werden, dass die kleine Kröte auch in Zukunft nicht nur in Zoos zu bestaunen ist.

Am Terrarium der australischen Gespensterschrecken gehen wohl viele Zoobesucher achtlos vorüber, denn man sieht auf den ersten Blick nur Brombeerranken mit dürren Blättern. Bei diesen braunen Blättern handelt es sich jedoch um Tiere, eben Gespensterschrecken. Diese Tarnung wäre an sich schon erstaunlich, doch die Tiere sind noch viel raffinierter. Die Weibchen lassen ihre Eier, die wie Pflanzensamen aussehen, einfach auf den Boden fallen, von wo sie von Feuerameisen (schwarz mit rotem Kopf) ins Ameisennest geschleppt werden. Jedes Ei trägt ein nahrhaftes Anhängsel, das an die Ameisenlarven verfüttert wird. Dann sind die Eier für die Ameisen nicht mehr weiter interessant, und so können sich die Gespensterschrecken ungestört entwickeln. Was aus dem Ei schlüpft, ist ein schwarzes Krabbeltier mit rotem Kopf, das nun schleunigst aus dem Nest verschwinden muss, bevor die Ameisen die Verkleidung erkennen und es angreifen.

Die wenigsten von uns wussten, dass das Fellmuster des Zebras zur Tarnung dient, und zwar nicht, um Löwen zu verwirren, die sowieso viel besser riechen als sehen können, sondern um Tsetsefliegen abzuhalten. Diese verbreiten die gefährliche Schlafkrankheit. Man hat herausgefunden, dass diese Insekten gestreifte Muster meiden, und zwar Pferde und Esel, kaum aber Zebras stechen.

Oder der Vogel Strauss: Das Männchen ist dunkel gefärbt, das Weibchen hell…. Der Vater brütet nachts, die Mutter tagsüber!

Oder die Rote Königsnatter: Sie ist ungiftig und wunderschön rot-schwarz-gelb geringelt, zum Verwechseln ähnlich wie die giftige Korallenotter. Aus naheliegenden Gründen wird sie von Fressfeinden gemieden.

Noch viel wäre zu erzählen. Am besten statten Sie unserem Zolli wieder einmal einen Besuch ab!

Christa Suter, ehemalige Lehrperson CED

AGS Basel Publikationen, AGS-INFO 48, JUNI 2026
Wer findet die beiden Kröten?
© Foto: Christa Suter.
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Redaktion:
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Titelbild: Die Dienstjubilierenden 2026.

Auflage Juni 2026, Nr. 48, digital.

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